Klarheit im Raum: Orientierung, die Ruhe schafft

Wir widmen uns der Reduktion visueller Reizüberflutung sowie der Gestaltung wirksamer Leitsysteme für aufmerksamkeitsschonende öffentliche Innenräume. Gemeinsam erkunden wir, wie klare Strukturen, präzise Typografie, ruhige Farbwelten und inklusive Signale Menschen sicher, gelassen und intuitiv führen. Mit Beispielen, Werkzeugen und handfesten Ideen zeigen wir, wie Bahnhöfe, Kliniken, Rathäuser oder Bibliotheken spürbar verständlicher werden, ohne die Sinne zu überlasten.

Warum weniger wirklich mehr ist

Übervolle Aushänge, konkurrierende Bildschirme, improvisierte Pfeile und dekorative Elemente überlagern oft die eigentlichen Informationen. Wer visuelles Rauschen reduziert, gibt Orientierung und Ruhe zurück. Wir untersuchen, wie klare Prioritäten, Informationsarchitektur und bewusstes Weglassen zu entspannteren Wegen, schnelleren Entscheidungen und mehr Sicherheit in öffentlichen Innenräumen führen.

Die menschliche Aufmerksamkeit verstehen

Gute Orientierung beginnt im Kopf: begrenzte kognitive Ressourcen, Verhaltensgewohnheiten und Stress beeinflussen, wie Menschen Signale wahrnehmen. Wir verbinden Erkenntnisse aus Kognitionspsychologie und Verhaltensforschung mit Gestaltungsentscheidungen, sodass Informationen in der richtigen Dosis, Reihenfolge und Distanz erscheinen und die Verarbeitung mühelos bleibt, selbst in dichten, belebten Situationen.

Kognitive Last und Blickführung

Menschen folgen Mustern, erkennen Kontraste, lesen vom Großen ins Detail. Blickführung funktioniert, wenn eine klare Hierarchie vorliegt und Nebengeräusche fehlen. Wir gestalten starke Ankerpunkte, sparsame Ebenen und eindeutige nächste Schritte. So sinkt die kognitive Last, und die Orientierung wird zur selbstverständlichen, fast unbewussten Entscheidung entlang eines ruhigen visuellen Pfads.

Gewohnheiten und mentale Karten

Nutzende bilden mentale Karten aus Landmarken, Farben und wiederkehrenden Elementen. Wenn ein Gebäude konsistente Signale sendet, entsteht Vertrauen. Wir stärken Gewohnheitspfade, nutzen bekannte Muster und vermeiden Brüche. Wiedererkennungswerte reduzieren Suchzeit, fördern Sicherheit und machen Wege planbar, auch für Menschen mit wenig Zeit, fremder Sprache oder situativer Belastung.

Stress, Lärm und visuelle Signale

In Kliniken, Bahnhöfen oder Ämtern steigt Stress schnell. Unter Druck sinkt Lesefähigkeit und Fehlertoleranz. Deshalb müssen Signale lauter werden, ohne zu schreien: ruhige Kontraste, klare Worte, sparsame Piktogramme, kurze Abstände. So bleibt Orientierung belastbar, wenn es zählt, und die Umgebung wirkt unterstützend statt zusätzlich verunsichernd oder kognitiv überfordernd.

Struktur starker Leitsysteme

Wir entwickeln eine klare Abfolge aus Identifikation, Richtung und Bestätigung. Jede Ebene erfüllt eine Aufgabe, alle Ebenen greifen ineinander. Von Gebäudeeingang bis Zielpunkt bleibt die Sprache einheitlich, die Symbole verlässlich, die Positionen vorhersehbar. So entsteht ein robustes System, das Veränderungen aushält und dennoch intuitiv bleibt, auch über Jahre hinweg.

Typografie, Farbe und Kontrast

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Schriftwahl und Lesbarkeit

Sans-Serif mit guter x-Höhe, offene Formen, klare Ziffern und differenzierte Schnitte unterstützen schnelles Erfassen aus der Bewegung. Wir testen Größen gegen Distanzen, vermeiden Versalien-Flächen und setzen Zeilenabstände großzügig. So bleibt Text stabil, unabhängig von Blickwinkel, Tageszeit, Brillenglas oder digitaler Reproduktion, und hilft Menschen in realen Situationen.

Farbcodes ohne Chaos

Farben sind mächtig, doch zu viele erzeugen Lärm. Wir definieren wenige, semantisch aufgeladene Farbfunktionen, prüfen Kontrastwerte und vermeiden dekorative Schwankungen. Wiederkehrende Farbfamilien stärken die Erinnerung. Bei Unklarheiten gilt Neutralität vor Buntheit. Dadurch bleibt die Orientierung konsistent, unterscheidbar und ruhig, selbst in komplexen Gebäuden mit vielen Abzweigungen und Nutzungszonen.

Taktile Hinweise und Braille

Bodenindikatoren, Handlaufbeschriftungen und Braille ergänzen visuelle Informationen. Wir achten auf durchgehende Ketten, sinnvolle Übergänge und griffige Materialien. Taktile Elemente dürfen nicht bloß addiert werden, sondern müssen mit Wegen, Türen und Zielen verschmelzen. Dadurch entsteht Orientierung, die auch ohne Sehen zuverlässig, sicher und würdevoll funktioniert, Schritt für Schritt.

Leichte Sprache und Icons

Kurze Wörter, aktive Verben, klare Reihenfolge. Leichte Sprache reduziert Fehlinterpretationen und hilft allen, die unter Zeitdruck oder Stress lesen. Piktogramme unterstützen nur, wenn sie getestet und erklärbar sind. Wir kombinieren beides mit eindeutigen Pfeilen und konsistenter Terminologie, damit Informationen schneller ankommen und weniger Interpretationsspielräume offen bleiben.

Digital denken, analog beruhigen

Digitale Anzeigen, Apps und Beacons können Orientierung verbessern, doch nur mit klarer Aufgabe, sparsamer Animation und stabilen Fallbacks. Wir kombinieren verlässliche statische Hinweise mit gezielten Echtzeit-Informationen. Content-Governance, Wartung und Datensparsamkeit sichern Vertrauen. So entsteht eine hybride Umgebung, die modern informiert, ohne neue Unruhe oder Abhängigkeiten zu erzeugen.

Bildschirme, wenn sie wirklich nützen

Digitale Displays sollen Lücken schließen, nicht Grundfunktionen ersetzen. Wir definieren präzise Nutzerfragen, begrenzen Wechsel, erhöhen Verweildauer pro Slide und testen Lesbarkeit in Bewegung. Wenn eine gedruckte Lösung stabiler ist, bleibt sie. Displays erhalten klare Zuständigkeiten und Notfallpläne, damit Informationen bei Ausfällen nicht verschwinden oder unzuverlässig flackern.

Mobile Orientierung mit Rücksicht

Smartphones können Wege zeigen, aber nicht jede Person hat Empfang, Akku oder App. Wir gestalten mobile Hinweise optional und datensparsam, achten auf Barrierefreiheit und respektieren Privatsphäre. QR-Codes führen zu leichten Seiten, die das physische Leitsystem ergänzen. Niemand darf gezwungen werden, digitale Tools zu benutzen, um ans Ziel zu gelangen.

Wartung, Ownership und Pflege

Jedes System altert. Zuständigkeiten, Redaktionsprozesse und klare Freigaben verhindern Wildwuchs. Wir dokumentieren Standards, schulen Teams und planen Budgets für Reinigung, Austausch und Datenpflege. Teilen Sie Erfahrungen aus Ihrem Haus, abonnieren Sie unsere Updates und stellen Sie Fragen. Gemeinsam halten wir Orientierung aktuell, leise, respektvoll und dauerhaft vertrauenswürdig.
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